Upper Austria Ladies Linz: Potapova gewinnt Duell mit Tagger
Es konnte am Ende nur eine gewinnen! Die Linz-Siegerin von 2023, Anastasia Potapova, hat das mit Spannung erwartete ÖTV-Viertelfinalduell beim Upper Austria Ladies Linz gegen Youngster Lilli Tagger (WTA 117) für sich entschieden. Nach 95 Minuten feierte die 25-Jährige (WTA 97) im mit 2500 Fans ausverkauften Design Center Linz einen 7:6-(7),-6:0-Erfolg und steht als erste Österreicherin seit Judith Wiesner-Floimair 1997 im Semifinale der größten österreichischen Frauensportveranstaltung.
Potapova brilliert, Tagger lernt
Potapova erwischte den deutlich besseren Start und nahm Tagger gleich zum Auftakt den Aufschlag ab. Die 18-Jährige brauchte etwas, um ihre Anfangsnervosität abzulegen und in ihren Rhythmus zu finden. Das gelang aber schließlich auch mit Unterstützung des Publikums, und so musste das Tiebreak entscheiden. Und hier hatte Tagger im Turnierverlauf ja schon zweimal das bessere Ende für sich gehabt. Diesmal war aber Potapova vor allem dank ihrer starken Rückhand zu dominant. Nach einem 3:5-Rückstand spielte sie groß auf und verwandelte letztlich ihren dritten Satzball. Diesen Schwung nahm Potapova auch in den zweiten Satz mit, schaffte erneut ein schnelles Break und war dann nicht mehr aufzuhalten.
Spielentscheidend waren der starke Return, die variable Spielweise und die beidhändige Rückhand Potapovas mit der sie zehn ihrer 13 direkten Punkte erzielte. „Ich bin sehr stolz auf meine Leistung. Das war heute vielleicht eine 7 bis 8 auf einer Skala bis 10. Ich war sehr fokussiert in den engen Situationen und bin konzentriert geblieben“, resümierte Potapova, kurz nachdem Tagger mit Standing Ovations vom Center Court verabschiedet wurde. Die Osttirolerin kann dennoch stolz auf ihre Leistung sein, schließlich hat sie mit Paula Badosa und Liudmila Samsonova in dieser Woche zwei Weltklassespielerinnen geschlagen. Nicht umsonst gehört sie ab Montag zu den besten 100 Tennisspielerinnen der Welt und steht im Hauptfeld der French Open in Paris. „Es war ein wirklich besonderes Match. Ich habe wahrscheinlich aus diesem Match mehr gelernt als aus den beiden, die ich hier gewonnen habe“, erklärte Tagger.
Potapova spielt im Halbfinale am Samstag (zweites Match nach 15:30 Uhr) gegen Donna Vekić, die aus der Qualifikation bis in die Vorschlussrunde marschierte. Im Viertelfinale besiegte die Kroatin (WTA 104) die ehemalige Weltranglistenerste Karolina Plísková (WTA 258) mit 7:5, 6:4 und steht erstmals seitdem sie bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris die Silbermedaille gewann wieder in einem Halbfinale. Dass ihr dies gerade in Linz gelingt, überrascht nicht wirklich. Schon 2024 war sie in Oberösterreich im unter den letzten Vier gestanden. „Ich hätte nicht damit gerechnet, hier im Halbfinale zu stehen. Ich wollte einfach so viele Spiele wie möglich spielen. Ich liebe die Bedingungen hier und genieße immer meine Zeit in Linz“, freute sich Vekić sehr über ihren Erfolg bei einem ihrer Lieblingsturniere.
Andreeva um 2. Finalplatz gegen Ruse
Zuvor trifft in der ersten Vorschlussrunde (nicht vor 15:30 Uhr) die topgesetzte Russin Mirra Andreeva auf Elena-Gabriela Ruse (WTA 87). Die Weltranglistenzehnte Andreeva musste fast zweieinhalb Stunden kämpfen, um die fünftgereihte Rumänin Sorana Mihaela Cirstea (WTA 29) mit 7:6 (4), 4:6, 6:2 niederzukämpfen. Gerade in den entscheidenden Phasen präsentierte sich Andreeva als echter Champion und fand letztlich die richtigen Lösungen. „Es war ein hartes Match, vom ersten Punkt an. Ich habe mit ihr in dieser Woche trainiert, dadurch kannte ich ihr Spiel. Im Match hat sie dann dreimal besser gespielt. Sie war extrem aggressiv und hat viele direkte Punkte gemacht. Ich habe versucht, ruhig zu bleiben, und das hat im dritten Satz sehr gut funktioniert“, bilanzierte Andreeva.
Ruse setzte sich im ersten Viertelfinale des Tages nach Satzrückstand mit 4:6, 6:4, 6:1 gegen die Lettin Jelena Ostapenko (WTA 23), die Linz-Siegerin von 2024, durch. In einem Match mit insgesamt 13 Breaks musste sich die Rumänin im ersten Satz am Oberschenkel behandeln lassen, kam danach immer besser in Schwung und war die solidere und nervenstärkere Spielerin. Andreeva und Ruse trafen sich in diesem Jahr bereits in der dritten Runde der Australian Open, Andreeva gewann glatt in zwei Sätzen.