In nur 52 Minuten: Tagger stürmt in Guangzhou in ihr 3. WTA-Finale
Lange 2:38 Stunden hatte Lilli Tagger am Freitag noch für ihren Platz im Semifinale der Guangzhou Open arbeiten müssen. So schwer ihr dieser Erfolg gefallen war, so leicht fiel ihr der nächste: Denn in der Vorschlussrunde am Samstag zu Mittag nach MEZ begnügte sich das ÖTV-Ass diesmal gar mit weniger als einem Drittel der Spielzeit. In lediglich 52 Minuten fertigte die Osttirolerin (WTA-Rang 53) die 20-jährige Spanierin Kaitlin Quevedo (WTA 86) mit 6:2, 6:0 ab und zog damit im Alter von erst 18 Jahren in ihr bereits drittes WTA-Endspiel ein. Dort kämpft Tagger am Sonntag um nicht vor 9:30 Uhr MEZ gegen die Britin Harriet Dart (WTA 115) um ihren zweiten Triumph auf dieser Ebene, nach jenem in der tschechischen Hauptstadt Prag am 26. Juli.
Im ersten Vergleich der beiden ließ Tagger Quevedo nicht mal den Funken einer Chance. Sie brachte das Kunststück zuwege, in ihren sieben Aufschlagspielen insgesamt gerade mal drei Punkte abzugeben und keine einzige Breakmöglichkeit zuzulassen. Sie gewann außerdem alle 19 Punkte über den ersten Aufschlag. Mit Breaks zum 2:1 und 5:2 sorgte Tagger im ersten Satz für in Summe klare Verhältnisse, im zweiten Durchgang bot sich Quevedo nicht mal die Gelegenheit zu einem Spielgewinn. Mit dieser Galavorstellung hat Tagger einen drohenden Rückfall in der Weltrangliste abgewendet. Sie konnte damit ihr Jiujiang-Vorjahresfinale andernorts verteidigen und verliert keine Weltranglistenpunkte. Ein Turniersieg könnte ihr nun sogar ein neues Career High von Platz 43 einbringen. Bis dato war Platz 45 ihre beste Klassierung.
„Vor allem im ersten Satz ist sie ziemlich gut gestartet – entscheidend war, dass ich mir die Chance auf das zweite Break sichern konnte“, erklärte Tagger und relativierte ihren glatten Sieg. „Sie hatte vielleicht ein Problem mit dem Bein, daher wünsche ich ihr eine schnelle Genesung. Sie ist eine großartige Spielerin.“ Dem Finale gegen Dart, die in ihrer Vorschlussrundenbegegnung gegen die erst 16-jährige, einheimische Wildcard-Spielerin Xinran Sun (WTA 405) drei Matchbälle abwehrte, blickte sie gespannt entgegen: „Morgen wird es kein leichtes Spiel werden, Harriet spielt die Woche unglaublich gut. Wir werden uns auf morgen vorbereiten, und ich kann es kaum erwarten, dass es losgeht.“